Logopädie für Erwachsene


Ziel der logopädischen Therapien ist es, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und dem Menschen dadurch mehr Teilhabe am Alltag und eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen. Wir finden mit Ruhe, Geduld und Einfühlungsvermögen den richtigen logopädischen Ansatz für Sie.

Kommunikation ist ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Lebens, neben der nonverbalen Kommunikation durch Körpersprache, Blicke und Handzeichen, spielt die verbale Kommunikation eine entscheidende Rolle. Sind Sprachverständnis, Artikulation oder die Lautbildung beeinträchtigt, fällt es schwer sich mit seinen Mitmenschen richtig zu verständigen. Ich möchte Ihnen in der Praxis helfen, Ihre verbale Kommunikationsfähigkeit zu aktivieren.

Zu den Einsatzmöglichkeiten von Logopädie bei Erwachsenen gehören:

In meiner Praxis Rothfuchs Logopädie Lübeck biete ich seit 2006 logopädische Therapien bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern an. Viele Menschen kommen zu mir in dem ganz eigenen Wunsch, etwas verändern zu wollen. Das freut mich immer sehr, denn jeder Mensch unterscheidet sich auch darin. Für mich ist es im Arbeitsbereich ‘Logopädie für Erwachsene’ immer wichtig, nicht nur in die Zukunft zu schauen, “Was möchten Sie erreichen?”, sondern auch einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen können häufig Folgen eines Ereignisses sein, wie die eines Schlaganfalls, einer Tumorerkrankung, eines Schädel-Hirn-Traumas oder einer degenerativen Erkrankung, wie zum Beispiel Parkinson. Die Krankengeschichte kann mir daher sehr helfen, den richtigen Therapieweg für Sie zu finden. Ich nehme mir gerne die Zeit Ihnen zuzuhören und möchte Ihnen die Therapie bieten, die Sie brauchen.

Ich freue mich auf einen guten und entwicklungsbegleitenden Austausch mit Ihnen und wenn Sie es wünschen, gerne auch mit Ihren Angehörigen.

Mehr über meine Arbeit mit Kindern können Sie auf folgender Seite nachlesen: ‘Logopädie für Kinder’.

Dysphagie/Schluckstörung

Eine Dysphagie ist eine Störung des Schluckaktes, die während der Nahrungsaufnahme, der Nahrungszerkleinerung oder des eigentlichen Schluckvorgangs von Nahrung oder Flüssigkeit auftritt. Ursachen sind zum einen neurologische Erkrankungen, wie z.B. ein Schlaganfall, ALS, Morbus Parkinson, eine Hirnblutung oder Demenz. Zum anderen können Erkrankungen oder operative Eingriffe im Kopf-Hals-Bereich oder altersbedingte muskuläre Schwäche Ursachen für eine Schluckstörung sein.

Durch eine beeinträchtigte Beweglichkeit und/oder  Sensibilität im Mund- und Rachenraum kommt es zu:

  • Verlangsamter Nahrungsaufnahme
  • Erschwertem Abschlucken
  • Verschlucken und Husten während oder direkt nach dem Essen
  • Steckenbleiben von Nahrungsresten
  • Würgen während des Essens
  • Speichel oder Nahrung laufen aus dem Mundwinkel
  • Speichelschlucken nicht mehr möglich
  • Verbleibenden Speiseresten im Mundraum

Der Leidensdruck ist oft groß, da Essen für auch einen Genuss darstellt und eine Dysphagie die Lebensqualität einschränkt.

Die Therapie umfasst im Verlauf:

  • Diagnostik und Beratung
  • Entwicklung neuer Schlucktechniken
  • Anpassung der Nahrung
  • Richtige Wahl von Hilfsmitteln
  • Haltungsänderungen

Dabei werden Pflegepersonal und Angehörige in die Therapie einbezogen, um einen Transfer der neu erworbenen Strategien in den Alltag zu gewährleisten.

Aphasie

Eine Aphasie ist eine erworbene zentrale Sprachstörung, z.B. nach Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Hirntumor oder degenerativen Hirnprozessen. Das Sprechen, Verstehen, das Lesen und Schreiben können beeinträchtigt sein!

Häufig auffällig sind Schwierigkeiten:

  • In der Wortfindung
  • In der Lautstruktur von verwendeten Wörtern (phonematische Paraphasien)
  • Im Sinngehalt von verwendeten Wörtern (semantische Paraphasien).
  • In der Grammatik beim Bilden von Wörtern oder Sätzen
  • Im Verstehen von Wortbedeutungen, Sätzen oder Texten
  • Beim Lesen (Dyslexie) und beim Schreiben (Dysgraphie).

Durch die kommunikativen Einschränkungen ist die Teilhabe am sozialen Leben oft gemindert! Daher ist das Ziel der logopädischen Therapie die Verbesserung der sprachlich-kommunikativen Fähigkeiten , um an der Kommunikation wieder besser Anteil nehmen zu können! Die Therapieziele und –inhalte werden auf den einzelnen Patienten zugeschnitten.

Dysphonien/Stimmstörungen

Die Ursachen von Stimmstörungen können organisch, psychogen oder funktionell sein. Organische bedingte Stimmstörungen zeigen sich z.B. aufgrund von Fehlbildungen des Kehlkopfes (Larynx), durch Veränderungen auf den Stimmbändern (“Knötchen”), durch Verletzungen im Kehlkopfbereich (z.B. durch Unfälle, Operationen) oder durch Infektionen (z.B. chronische Kehlkopfentzündungen). Pychogene Stimmstörungen können im Beginn oder Verlauf einer psychischen Krise oder Erkrankung die Haltung, die Atem- und Stimmfunktion beeinträchtigen und zeigen sich in ihren Symptomen ähnlich den funktionellen Stimmstörungen! Bei funktionellen Stimmstörungen zeigen sich keine organischen Veränderungen. Die Stimmbänder zeigen Unregelmäßigkeiten im Schwingungs- bzw. Schließungsverhalten, die z.B. durch zu intensiven Stimmeinsatz in Sprechberufen, unphysiologische Körperhaltung, ungünstige Stimmvorbilder oder zu lautes Sprechen bei Hörstörungen entstehen.
Wenn die Stimme über einen längeren Zeitraum heiser klingt ohne dass ein akuter Infekt vorliegt, kann die Ursache eine Stimmstörung (Dysphonie) sein.

Symptome einer Stimmstörung sind:

  • Die Stimme ist nicht sehr belastbar
  • Der Klang ist rau und gepresst oder kraftlos, klingt wie gehaucht
  • Die Simme setzt aus oder ist ganz weg,
  • ist zu hoch oder zu tief,
  • wird begleitet von einem Fremdkörpergefühl oder Kratzen im Hals,
  • kann schwer verständlich sein.

Ziel der logopädischen Therapie ist die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit durch eine anstrengungsfreie und belastbare Stimme. Die Behandlung umfasst nicht nur die Bereiche einer rein funktionalen Arbeit mit Verbesserung von Körperspannung, Atmung, Artikulation und Stimmgebung, sondern auch die Beratung und das Aufzeigen von Zusammenhängen von Person und Stimme.

Stimmverlust nach Laryngektomie

Unter einer Laryngektomie versteht man die Entfernung des kompletten Kehlkopfes bei Kehlkopfkrebs. Durch diesen Eingriff kommt es zu einem Verlust der Kehlkopffunktionen, also der Stimmgebung und der Schutzfunktion für die Atemwege. Die Atmung erfolgt nach der Laryngektomie über einen operativ hergestellten Kanal am Hals, dem Tracheostoma.

Ziel der logopädischen Behandlung ist das Erlernen einer Ersatzstimme(Speiseröhrenstimme/ Ösophagusersatzstimme) oder der Einsatz einer elektronischen Sprechhilfe, damit es dem Betroffenen auch weiterhin möglich ist, verbal zu kommunizieren.

Dysarthrophonie

Die Dysarthrophonie oder Dysarthrie ist eine erworbene neurogene Störung in der Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen. Bei eingeschränkter Kraft und Beweglichkeit der Zunge, der Lippen und des Gaumensegels können folgende Störungen in unterschiedlicher Ausprägung auftreten:

  • Undeutliche oder verwaschene Artikulation durch Beeinträchtigung der Sprechmotorik
  • Monotone Sprechmelodie (Prosodie)
  • Abweichender Sprechrhythmus
  • Eingeschränkte Stimme
  • Beeinträchtigte Sprechatmung

Ursachen der Dysarthrophonie sind Schädigungen des zentralen oder des pheripheren Nervensystems, z.B. durch Schlaganfall, Blutung, Schädel-Hirn-Trauma oder Erkrankungen des Nervensystems, wie z.B. Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Die Ziele und Inhalte der logopädischen Therapie werden individuell auf den Patienten zugeschnitten und umfassen die Verbesserung oder Erhaltung der am Sprechen beteiligten Funktionen in den Bereichen Atmung, Phonation, Prosodie und Artikulation. Die Therapie bei degenerativen Erkrankungen zielt auf die möglichst lange Erhaltung der Sprechfähigkeiten und auf den Einsatz kompensatorischer Kommunikationsmöglichkeiten (z.B. elektronische Sprechhilfen, unterstützte Kommunikation) ab.
Bei Patienten mit Parkinson hat sich das Lee-Silverman-Voice-Treatment (LSVT®) in mehreren randomisierten Gruppenstudien als effektive Behandlungsmethode zur deutlichen Zunahme der Sprechlautstärke und der Verständlichkeit herausgestellt. Anhaltende Therapieeffekte sind durch eine intensive Behandlung (vier Mal pro Woche 60 Minuten über vier Wochen, plus tägliches häusliches Üben) zu erzielen.

Sprechapraxie

Bei einer Sprechapraxie ist die Planung von Sprechbewegungen gestört. Die einzelnen Artikulationsbewegungen können nicht ausreichend kontrolliert.
Das Gesagte ist oft schwer oder gar nicht verständlich. Oft haben Menschen mit einer Sprechapraxie große Probleme sich überhaupt zu äußern.

Es zeigen sich Störungen in den folgenden Bereichen:

  • Artikulation: Entstellungen, Ersetzungen oder Vertauschungen von Lauten, Suchbewegungen von Lippen, Zunge und Kiefer
  • Sprechmelodie und -rhythmus (Prosodie): verminderte Sprechgeschwindigkeit, Dehnung von Vokalen, silbisches Sprechen, Fehler bei der Wortbetonung
  • Sprechverhalten: Unzufriedenheit mit dem eigenen Sprechen, mimische Mitbewegungen, gepresste Stimme, Anspannungen der Hals- und Gesichtsmuskulatur
  • Ursachen der Sprechapraxie sind Hirnschädigungen wie z.B. ein Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma. Patienten mit Sprechapraxie haben häufig auch eine Aphasie.

In der logopädischen Therapie können je nach Schweregrad und Symptomatik verschiedene Therapieverfahren eingesetzt werden. Die Behandlung zielt auf die Verbesserung der Aussprache, des Redeflusses oder der Akzentuierung ab, um die Kommunikation der Betroffenen im Alltag zu erleichtern.

Stottern

Stottern ist eine Störung des Redeflusses, die meist im frühen Kindesalter beginnt.

Folgende Kernsymptome können beim Stottern auftreten:

  • Unrfreiwillige Wiederholungen von Lauten, Silben oder einsilbigen Wörtern
  • Dehnungen von Lauten
  • Blockierungen von Lauten, Worten und Sätzen
  • Beim Stottern verlieren Betroffene für Momente die Kontrolle über ihr Sprechen, obwohl sie genau wissen, was sie in diesem Moment sagen wollen.

Zusätzlich zu dieser Kernsymptomatik zeigen sich häufig folgende Begleitsymptome, durch die die Betroffenen versuchen, das Stottern aufzulösen oder ein Stotterereignis zu vermeiden:
Vermeiden von gefürchteten Wörtern z.B. durch Umformulieren oder Ersetzungen Körperliche Anstrengung (z.B. lauter werden, Mitbewegung des Kopfes oder der Arme, Grimassieren
Einschieben von “ähm” und anderen Interjektionen Abbruch der Äußerung. Die für das Stottern typischen Unflüssigkeiten können situationsabhängig sein und auch phasenweise gar nicht auftreten.  Stotternde Jugendliche und Erwachsene sind sich ihres Stotterns bewusst, das sich auf ihr Kommunikations- und Sozialverhalten auswirkt. Dies kann zu psychischen Reaktionen wie Sprechangst, Wut und Trauer über das Versagen beim Sprechen, Selbstabwertung oder Scham und Hilflosigkeit führen.

Die Ziele der logopädischen Therapie sind ein souveräner Umgang mit dem Stottern und die Verbesserung der Sprechflüssigkeit. Diese kann durch eine Veränderung des Sprechens (z.B. fluency shaping) und/oder durch eine Veränderung des Stotterns (z.B. durch Konfrontation) erreicht werden. In der Arbeit mit stotternden Menschen ist mir besonders die Annahme und Wertschätzung der Klienten wichtig.

Poltern

Poltern eine Störung des Redeflusses. Es zeigt sich ein schnelles, unrhythmisches und undeutliches Sprechen, das die Betroffenen nicht kontrollieren können. Dabei kommt es zu Auslassungen, Verschmelzungen und artikulatorischen Veränderungen von Lauten, Silben, Wörtern und Phrasen, wodurch das Sprechen schwer verständlich wird. Außerdem können Satzabbrüche, Umformulierungen, Floskeln, Sprechangst und das Vermeiden von Sprechsituationen auftreten. Manchen Betroffenen fällt die eigene Schwierigkeit kaum auf, während das nahe soziale Umfeld die beschriebenen Symptome gut beschreiben kann.

In der logopädischen Therapie lernt der Polternde, das eigene Sprechen in ihm wichtigen Situationen besser zu kontrollieren und einzusetzen.

Lese-Rechtschreibstörungen

Unter einer Lese-Rechtschreibstörung (LRS) versteht man erhebliche Probleme beim Lesen und/oder Schreiben, die sich im erstmals Schulalter zeigen und lange anhaltend sind. Die allgemeine Begabung des Betroffenen ist durchschnittlich oder überdurchschnittlich.

Symptome einer Legasthenie sind unter anderem:

  • Fehlendes Leseverständnis
  • Probleme beim Abschreiben
  • Buchstabenauslassungen oder Vertauschungen beim Schreiben
  • Auslassen, Verdrehen oder Hinzufügen von Wörtern oder Wortteilen beim Lesen
  • Langsame Lesegeschwindigkeit

Eingeschränkte phonologische Bewusstheit (z. B. Reimen oder Lauterkennung) oder Wahrnehmungsprobleme (z. B. auditive Merkschwäche oder visuelle Differenzierungsschwäche, Rhythmusschwäche) Die logopädische Therapie wird individuell auf die Klienten und ihre kommunikativen- und beruflichen Bedürfnisse abgestimmt!

Oliver Rothfuchs – Ihr Logopäde in Lübeck